
In den Aufbaujahren nach 1960 war zunächst auf Kreisebene über eine mögliche Initiative nachgedacht worden, die Industrieansiedlung im heimischen, vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Raum zu fördern. Aus diesen Überlegungen heraus wurde 1965 schließlich eine kreis-eigene Lehrwerkstätte als überbetriebliche Einrichtung ins Leben gerufen. Diese hatte die Aufgabe, Lehrlinge und Arbeiter in metallverarbeitenden Berufen auszubilden und hierbei insbesondere das Ausbildungsprogramm der einheimischen Betriebe zu fördern, bzw. ergänzend zu unterstützen. Ein historisches Jahr war das Jahr 1966: Damals wurde vom Eifelkreis Bitburg-Prüm ein neues Gebäude für die Lehrwerkstatt im Industriegebiet in Bitburg errichtet.
Als Träger wurde der Zweckverband Metall-Lehrwerkstatt Bitburg-Prüm gegründet, in dem bis heute neben dem Eifelkreis Bitburg-Prüm auch die Industrie- und Handelskammer Trier, die Trierer Handwerkskammer, die Kfz-Innung Bernkastel-Wittlich-Bitburg und die Metallinnung Westeifel Mitglied sind. Die große Resonanz erforderte bereits 1971 die Gründung eines Zweigbetriebes in den Räumlichkeiten der Berufsbildenden Schule in Prüm.
Im Laufe der Jahre wurden die Aus- und Weiterbildungsangebote der Metall-Lehrwerkstatt ständig weiterentwickelt. Diesem qualitativ verbesserten Angebot entspricht auch die gestiegene Nachfrage an Ausbildungsplätzen. Immerhin hat sich seit der Gründung die Belegung der überbetrieblichen Einrichtung von ursprünglich 25 Jugendlichen auf zwischenzeitlich 400 Jugendliche und Erwachsene gesteigert. Insgesamt haben bereits über 14.000 Personen an Ausbildungsmaßnahmen oder Lehrgängen teilgenommen.
Im Jahre 2002 fand die Umbenennung des Zweckverbandes von Metall-Lehrwerkstatt Bitburg-Prüm in berufsbildungszentrum Bitburg-Prüm statt. Die Namensänderung begründete sich aus der Diversifizierung in weitere Fachbereiche, aber auch um der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass es nicht nur um rein metallverarbeitende Aus- und Weiterbildungsangebote ging.
So ist z.B. am Standort Bitburg der Fachbereich Farb- und Raumgestaltung mit einer Maler- und Lackiererwerkstatt erschlossen worden. Am Standort Prüm ist eine moderne Laborwerkstatt für die Ausbildung zum Mechatroniker sowie der Fachbereich Hauswirtschaft mit Großküche, Reinigungs-, Hand- und Hausarbeitsräumen hinzugekommen. Beide Standorte wurden ebenfalls im Jahr der Umbenennung um die Fachbereiche Medienkompetenz mit Computerräumen erweitert. Zudem gab es bereits seit vielen Jahren in Bitburg und Prüm den Fachbereich Holztechnik mit eigenen Schreinereien.
Im Jahr 2007 wurde ein Umbau im Bestand durchgeführt und um den modernen Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung erweitert. Hier erfolgte auch eine Sanierung mit Wärmedämmung des Altbaus. Darüber hinaus wurden Außenanlagen und Verkehrsanbindung erneuert. Im folgenden Jahr wurde die seinerzeit größte dachintegrierte Photovoltaikanlage in Bitburg installiert, einhergehend mit einer Dachsanierung und Isolierung, so dass im Ergebnis ein Drittel der aufgewendeten elektrischen Energie selbst erzeugt werden kann und durch die Summe der Isolierungsmaßnahmen über 50% der Heizkosten im Altbaubereich eingespart werden.
Das berufsbildungszentrum Bitburg-Prüm ist so aufgrund seines modernen, umfassenden und professionellen Ausbildungsangebotes längst zum unverzichtbaren Partner von Berufsschulen, Unternehmen des Dienstleistungsgewerbes, des Handels, der Industrie, des Handwerks und der Bundesagentur für Arbeit geworden. Mit über 43 Jahren Erfahrung und 41 Mitarbeitern nimmt es für die Region in vielfältiger Weise wirtschaftsfördernde Aufgaben wahr. In den Bildungszentren in Bitburg und Prüm werden 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt. Das Lehrgangsangebot und die Dienstleistungen sind am Kundenwunsch orientiert und werden ständig ausgebaut.
Als weiterer Meilenstein in der Geschichte des Zweckverbandes wurde im Herbst 2009 das hohe Qualitätsniveau des berufsbildungszentrums Bitburg-Prüm bestätigt und die AZWV-Zulassung nach SGBIII und die Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2008 erreicht - Denn, wer für die Wirtschaft ausbildet, muß auch die Qualitätsstandards der Wirtschaft erfüllen und wer in Bildung investiert, fördert die Wirtschaft und Zukunft unserer Region!